Die vor zweieinhalb Jahren an die­ser Stelle empfohlene Wandel­anleihe des Linux­-Spezialisten Red Hat sollte nun gewandelt bzw. verkauft werden, denn es liegt seit drei Wochen ein attrakti­ves Übernahmeangebot von IBM vor. Anfang 2016 stellte Red Hat noch ein klassisches Wandelanlei­hen investment dar: ein Wachs­tumsunternehmen aus dem Be­reich der Unternehmenssoftware mit bereits gutem Track Record hatte im Herbst 2014 rund 805 Mio. $ über dieses Instrument auf­genommen.

Nach einer vorübergehenden Kurskorrektur der Aktie von 20% bot sich dann Anfang 2016 eine Einstiegschance: Bei einem Preis von 118 zahlten Anleger damals eine Prämie von lediglich 26% für eine Laufzeit, die noch bis Oktober 2019 reicht – und das sogar in Anlagequalität (Investment Grade, IG). Darüber hinaus ist dieser Valor «Plain Vanilla», weist keine Calls/Puts oder sonstigen besonderen Merkmale auf.

Das Unternehmen aus dem US­ Bundesstaat North Carolina, das neben Red Hat Enterprise Linux auch Middleware und wei­tere für das Cloud Computing be­nötigte Komponenten entwickelt und anbietet, setzte aufgrund der zugrundeliegenden Open­Source­ Lizenz nie auf das klassische Ge­schäftsmodell des Verkaufs von Softwarelizenzen, sondern bot seit jeher Laufzeitverträge für Support und Training an.

Dadurch resultieren ein steti­ges Wachstum und eine hohe Visi­bilität. IBM, die im Cloud­Bereich den Anschluss zu verlieren droht, möchte nun aufgrund der starken Konkurrenz durch Google, Ama­zon und Microsoft das eigene Cloud­Geschäft ausbauen und ist bereit, mit 190 $/Aktie eine Prämie von 63% auf den letzten Red­-Hat­-Schlusskurs vor der Bekanntgabe in bar zu zahlen. Am Markt han­delt die Red­-Hat­-Aktie zwar 9% unter der Offerte, doch die Wan­delanleihe, die derzeit bei 234 no­tiert, konnte sich zwischenzeitlich nahezu verdoppeln. Der Coupon von 0,25% fällt dabei unter den Tisch. Da über die Hälfte des ur­sprünglichen Nominalbetrags be­reits gewandelt ist, kann der Ausstieg in Betracht gezogen wer­den. Anleger sollten sich bei ihrem Vermögensverwalter nach einer Anschlussverwendung der frei werdenden Mittel erkundigen.

CARSTEN KRÖGER, Holinger AM

Zinsdifferenzen (Spreads) in Prozentpunkten

Kassasatz (10 J.) – Euromarktsatz (3 Mte.) Swap (10 J.) – Kassasatz (10 J.) Euromarktsatz (3 Mte.): Euro – Franken Swapsätze (10 J.): Euro – FrankenLeitsätze der Nationalbank

0,66 0,99 0,37 0,47 0,37 0,43 0,60 0,63

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